Oben: Die überaus beliebten Schanigärten am Steyrer Stadtplatz. Bildquelle: www.mader.at

LESERBRIEF. Die Begebenheit ist wohl schon 10 oder 12 Jahre aus : BGM Gerald Hackl teilt uns an einem Freitag mit, dass es Fraktionsbeschluss sei, die Gastgärten zu verkleinern. Es folgte ein kurzes persönliches Gespräch: "des gibt an Aufstand, überleg dir das bitte übers Wochenende". Montag Früh wurde ich dann nicht mal zum BGM durchgestellt, es wurde mir ausgerichtet: "der BGM hält an seiner Entscheidung fest, die Schanigärten werden verkleinert."

Montag Mittag: Der ORF dreht zu diesem Thema am Stadtplatz.
Ende der Woche: Liste mit 5000 Unterschriften gegen die Verkleinerung vorgelegt.
Fazit: nie wieder was gehört von der Verkleinerung.

Der Vogl hat schon Recht: Steyr hat einen der attraktivsten Stadtplätze (wahrscheinlich weltweit), allerdings ist das weder sein Verdienst, noch der Verdienst der Politik der letzten Jahrzehnte. Die Attraktivität rührt von der Architektur und Vision großer, mutiger Menschen her, aber halt vor ein paar hundert Jahren. Der Stadtplatz in seiner heutigen Form wurde von mutigen, innovativen Gewerbetreibenden und Gastronomen am Leben erhalten und das nicht mit Hilfe der Politik , sondern vielmehr trotz der wenig hilfreichen Politik. Es war auch für mich persönlich ein Kraftakt und ständiger Kampf, der mich schließlich soweit führte Steyr geschäftlich den Rücken zu kehren und das "sinkende Schiff" zu verlassen.

Zu hinterfragen wäre, warum Wels einen Überschuss von 30 Millionen erwirtschaftet und Steyr ein Minus von 12 Millionen. Wenn die Stadt schon nicht wirtschaften kann, dann finde ich es umso vermessener, sich einmal mehr an der schon gebeutelten Gastronomie zu bedienen. Ich würde den Wirten empfehlen, alle Aktivitäten die mit hohen Extrakosten verbunden sind (Schmankerlmarkt etc.) abzusagen und die unzufriedenen Gästen für etwaige Beschwerden direkt an das Bürgermeisterbüro zu verweisen.

Für viele mag es hier wieder um die „gierigen, eh so reichen Wirten“ gehen. Vielmehr geht hier aber um Existenzen, Arbeitsplätze und um lebenserhaltende Maßnahmen für den Stadtplatz. Ich hoffe dass diese Aktion der berühmte Tropfen ist, der das Fass zum Überlaufen bringt. Die Steyrer Wirte mussten die letzten 20 Jahre sämtliche Schikanen des Magistrates schlucken, mussten permanent um ihre Existenzen am Stadtplatz kämpfen und waren nie gleichwertige Gesprächspartner, sondern wurden zu Bittstellern degradiert.

Wer gehofft hat, dass sich diese Situation mit einem neuen Bürgermeister ändert, wurde kräftig enttäuscht! Ich wünsche den Kollegen viel Kraft und bitte vergesst nicht: Ihr bezahlt die Politiker mit euren Steuern und Abgaben - sie haben für euch zu arbeiten, nicht umgekehrt!

PS: Ich wende mich bewusst mit diesem Brief an e-Steyr, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass diese Plattform unabhängig agiert und sich nicht politisch beeinflussen lässt. Dieser Beitrag wurde von der FB-Gruppe „Steyr, meine Stadt“ mehrmals gelöscht. Eine sehr bedenkliche Entwicklung!

Werner Leschanowsky
Ex Segafredo Wirt und Liebling der Steyrer Politik

Der Inhalt dieses Leserbriefes wurde von der Redaktion nicht auf Richtigkeit und/oder Vollständigkeit geprüft und stellt nicht notwendiger Weise die Meinung der Redaktion dar. Für Rückfragen stehen wir per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. jederzeit zur Verfügung. 

 

Mehr zum Thema