STEYR/SCHWAZ. Der UTC Casa Moda Steyr hat mit einem hauchdünnen 5:4-Erfolg gegen den TC Schwaz den zweiten Gruppenplatz in der 1. Tennis-Bundesliga verteidigt. In einem erneut nervenaufreibenden Spiel setzten sich die Steyrer im alles entscheidenden Doppel im Matchtiebreak durch ...

Im PlayOff gegen den Dritten der Gruppe B trifft die Mannschaft von Kapitän Stefan Minichberger nun kommenden Samstag zuhause auf den UTC Radstadt.

Groß war die Erleichterung bei Mannschaft, Zuschauern und Management, als das Duo David Pichler/Simon Traxler den Matchball zum 10:6 im Matchtiebreak gegen die Schwazer Matthias Haim/Daniel Baumann verwandelte. Zuvor war der UTC wie schon bei den beiden Matches in Vorarlberg durch ein Wellenbad der Gefühle getaucht, ehe der Sieg in trockenen Tüchern war.

Es begann denkbar schlecht für die Steyrer, die ohne ihre Nummer eins Vitaliy Sachko auskommen mussten, der beim ATP-Challenger-Turnier in Kasachstan das Doppelfinale erreicht hatte. Der slowakische Legionär Juraj Masar erwischte einen schwarzen Tag und musste sich dem Tiroler Aufschlagriesen Matthias Haim glatt in zwei Sätzen geschlagen geben. Auch Simon Traxler befand sich mit 4:6, 2:5 gegen den Deutschen Daniel Baumann erstmals in dieser Saison fast aussichtlos in Rückstand. Da Philip Bachmaier zu diesem Zeitpunkt seinen Tiroler Kontrahenten Philipp Schroll beim 6:0, 4:1 im Griff zu haben schien, deutete alles auf einen 1:2-Zwischenstand nach den ersten drei Einzeln hin. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Während Traxler eine furiose Aufholjagd startete und den zweiten Satz zum 7:5 drehte, zollte Bachmaier der drückenden Hitze Tribut, verfiel körperlich, vergab einen Matchball und gab den zweiten Satz im Tiebreak ab. Fast gleichzeitig starteten die Matchtiebreaks auf beiden Plätzen. Die Nerven waren wie Drahtseile gespannt, als der 20-jährige Traxler bei 8-9 einen Matchball abwehrte und Baumann mit 11-9 in die Schranken wies. Keine zwei Minuten später brandete erneut Jubel auf der UTC-Anlage auf, als Bachmaier mit letzter Kraft doch noch den Sieg mit 10-7 im Matchtiebreak über die Ziellinie brachte.

Der 2:1-Zwischenstand gab den Steyrern Sicherheit. David Pichler ließ im Spitzeneinzel seinem Gegner Niklas Waldner beim 6:3, 6:1 keine Chance. Doch die Tiroler gaben sich noch längst nicht geschlagen. Der immer noch nicht ganz fitte Dominik Traxler hatte beim 1:6, 2:6 seinem Gegner Luca Maldoner nur wenig entgegenzusetzen. Und Youngster Viktor Hockl erwischte gegen den Tiroler Kapitän Fabian Wöll ebenfalls einen schlechten Start. Nach dem 1:6 im ersten Satz drehte der 18- Jährige jedoch auf, gewann Satz zwei mit 6:2 und führte im Matchtiebreak bereits mit 9-6. Doch Hockl ließ alle drei Matchbälle ungenützt und dieses Mal hatten die Schwazer mit 11-9 das bessere Ende für sich.

Mit 3:3 ging es also in die Doppel. Da die UTC-Cracks das dritte Doppel verletzungsbedingt vorgeben mussten, waren die Paarungen Bachmaier/Masar und Pichler/Simon Traxler zum Siegen gezwungen. Und das verbliebene UTC-Quartett hielt dem Druck stand. Bachmaier/Masar siegte gegen Waldner/Wöll 7:5, 6:2. Es stand nun insgesamt 4:4 und Pichler steuerte mit Traxler beim Stand von 6:2, 4:2 einem scheinbar sicheren Sieg entgegen. Doch noch einmal schlugen die Tiroler zurück, holten das Break auf und gewannen den zweiten Satz mit 7:6. Wie sollte es an diesem Tag anders sein? Ein Matchtiebreak musste über den Sieg entscheiden. Und die beiden Steyrer packten nochmals ihr bestes Tennis aus, gingen hochkonzentriert zu Werke und gewannen mit 10-6.

Groß war der Jubel in Gleink, hat sich der UTC mit diesem Sieg doch Heimrecht im alles entscheidenden PlayOff-Spiel um den Final4-Einzug gesichert. Am kommenden Samstag, 11 Uhr, treffen Pichler und Co. auf den UTC Radstadt. Der Aufsteiger hat vergangenes Jahr fast den gesamten Kader des damals aufgelösten Salzburger Tennisclubs übernommen. Neben den tschechischen Top-Spielern Lukas Rosol und Jaroslav Pospisil schlägt auch Österreichs Top-Talent Lukas Neumayer für Radstadt auf. „Die Mannschaft hat sich dieses ‚Finale dahoam‘ absolut verdient. Unglaublich, wie viel Herz und Charakter in der Truppe steckt. Einfach beeindruckend, wie sich jeder einzelne auch von bitteren Rückschlägen nicht entmutigen lässt und immer bis zum letzten Ball kämpft“, ist Mannschaftsführer Stefan Minichberger von seinen Mannen beeindruckt. Gewinnt der UTC gegen Radstadt, würde er sich zum dritten Mal in seiner zehnjährigen Bundesliga-Geschichte für das Finalturnier der besten vier Mannschaften qualifizieren. Dieses steigt im September in Tulln.